courtesy

Vor knapp 500 Jahren wurden die Kapuziner in die Schweiz gerufen, um gegen die Reformation Dämme aufzurichten. Kapuziner, Jesuiten, Dominikaner kämpften zusammen mit dem Klerus gegen die „Irrlehren“ der Reformation. Inzwischen ist viel Wasser die Limmat hinabgeflossen und beide Seiten sind langsam wieder aufeinander zugegangen, haben voneinander gelernt und sich gegenseitig bereichert.

Heute, am 20. Januar 2019, also 500 Jahre nach der Zwingli Reformation, haben sich die getrennten Wege wieder zusammengeschlossen im übervollen Zürcher Grossmünster, in einem Ökumenischen Gottesdienst. Ein historischer Meilenstein. Der höchste Reformierte Zürichs, der Kirchenratspräsident Michel Müller, und der höchste Zürcher Katholik, Generalvikar Josef Annen hielten gemeinsam die Predigt. Kapuziner, Dominikaner, Jesuiten und katholischer Klerus sah man mitten in der feiernden Gemeinde. Es war eine Freude! Nach 500 Jahren hat sich der Kreis geschlossen – beinahe! Ein kleines, aber wichtiges Stück fehlt noch: Die gegenseitige Anerkennung der Abendmahlsgemeinschaft. Hoffentlich müssen wir darauf nicht nochmals 500 Jahre warten. Hier können die Kapuziner erneut aktiv werden, diesmal aber mit positiven Vorzeichen.

Zürich, 20. Januar 2019 – Willi Anderau