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Franziskaner und Reformation – Kapuziner und Bruder Klaus – Menzingens „schwarze und braune“ Schwestern – Adieu Andermatt – Bibliographie Anton Rotzetter – Fidelis-Akademie

500 Jahre Reformation und 600 Jahre Niklaus von Flüe sind in der Helvetia Franciscana zwei Themenbereiche, die untereinander im Franziskusorden sich ergänzen:

Conrad Pellikan

Zum einen berichtet der deutsche Ordenshistoriker Johannes Karl Schlageter OFM (München) über den im Basler Barfüsserkloster wirkenden Humanisten-Gelehrten Konrad Pellikan (1478-1556), der seinen Weg als Observant via Erasmus von Rotterdam sich zum reformierten Dozenten an der Theologenschule des Huldrych Zwingli in Zürich entwickelte.

 

 

 

Zum anderen zeigt der reformierte Theologe Fritz Gloor (Stansstad) mit seiner quellenahen Abhandlung, wie im frühen 18. Jahrhundert der Nidwaldner Kapuziner Benno Lussy (1679-1755) sich als Bruderklausen-Apologet hervortat und auf dem Rücken des „vielseligen“ Bruder Klaus konfessionelle Polemik gegen die Reformation betrieb.

 

 

Kloster GubelBei der Schlacht- und Wallfahrtskapelle „Maria Hilf“ am Gubel bei Menzingen (Kanton Zug), die an den 1531 dort erfochtenen Sieg der Katholiken über die Reformierten erinnert, war 1851 ein Kapuzinerinnenkloster der Ewigen Anbetung“ entstanden. Der Konvent der „braunen Schwestern“ wurde in seinen Anfängen an den Rand des moralischen Abgrunds geführt infolge der Umtriebigkeiten des Gründungsvaters – des Menzinger Pfarrers Johann Josef Röllin (1814-1873) – und der Frau Mutter des Konventes, Aloisia Amman (Amtszeit 1857-1867). Dies beschreibt der Kapuzinerhistoriker Niklaus Kuster unter Berücksichtigung von Vision und Werk Röllins parallel und kontra zur jungen Kongregation der „schwarzen Schwestern“ in Menzingen, den Lehrschwestern vom hl. Kreuz, durch deren Gründerpersönlichkeiten wie den Kapuziner Theodosius Florentini (1803-1865) und die Kreuzschwester Bernarda Heimgartner (1822-1863).

 

Abschied wird genommen:

von der 1688 den Kapuzinern anvertrauten Pfarreiseelsorge des Urserntales in Andermatt mit der vom Provinzarchivar Christian Schweizer formulierten Würdigung des Präsentationsrechtes,

 

 

 

+ Anton Rotzetterund von einem der ganz großen Franziskus-Forscher in Spiritualiät und Literatur, dem Kapuziner Anton Rotzetter (1939-2016), mit einer von seinem Mitbruder Oktavian Schmucki besorgten umfangreichen Biobibliographie.

 

 

 

In Sigmaringen (Hohenzollern) wurde am 23. April 2017 die publizierte Dissertation von Matthias Emil Ilg über den Kult des kapuzinischen Blutzeugen Fidelis von Sigmaringen (1578-1622) mit einer Akademie gefeiert, worüber zwei Beiträge dokumentieren.

Bibliographie: Luzern, Helvetia Franciscana 46, 2017, 288 S., ill. – ISSN 1661-7703. – CHF 30.00 (plus Versandkosten).

Bezug: Provinzarchiv Schweizer Kapuziner, Wesemlinstr. 42, CH-6006 Luzern – provinzarchiv.ch@kapuziner.org.

Homepage: Helvetia Franciscana: www.hfch.ch