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© Karl Flury
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Der weltweit anerkannte Franziskusforscher Oktavian Schmucki feierte im Kloster Luzern seinen 90. Geburtstag. Er konnte dabei sein druckfrisches Buch über die ersten Satzungen der Kapuziner entgegennehmen.

Fast die Hälfte seines Lebens hat der Jubilar in Rom verbracht, zuerst als Student, dann als Spezialist für franziskanische Geschichte. Seit 1997 lebt er in Luzern. Trotz na

chlassenden Kräften hat er dort in den letzten Jahren die ersten Satzungen des Kapuzinerordens von 1536 übersetzt und kommentiert. In der Kirche des Wesemlin-Klosters Luzern wurden nach dem Festgottesdienst des Dreikönigstags das Werk und das langjährige Wirken von Bruder Oktavian gewürdigt.

Als erster gab Niklaus Kuster, ebenfalls ein Spezialist der franziskanischen Spiritualität, einen Überblick über das immense publizistische Werk des Jubilars. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen umfasst es auch sehr viele Artikel in Zeitungen und Zeitschriften (z.B. auch im Franziskuskalender).

Ulrich Köpf, ehemaliger Professor für Kirchengeschichte in Tübingen, Oktavians evangelischer Freund, bemerkte: „Ohne akademische Laufbahn gehört Oktavian Schmucki

zu den besten Gelehrten franziskanischer Geschichte.“ Dennoch sei es erstaunlich: Die Seelsorge war für den Jubilar wichtiger als die Wissenschaft. Der Kapuziner sei ein Vorbild franziskanischen Gehorsams, auch von Menschenfreundlichkeit und Bescheidenheit.

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Der deutsche Kapuziner Leonhard Lehmann, der in Rom das Werk Oktavians weiterführt und Festprediger des Dreikönigs-Gottesdienstes war, stelle am Schluss der Feier das neueste Buch des Gefeierten vor: die Übersetzung und Kommentierung der Ordensatzungen von 1536, publiziert in der Reihe „Quellen zur franziskanischen Geschichte“, Band 4, der Fachstelle Franziskanische Forschung, Münster. Sie seien eine Grundlage für die aktuellsten Satzungen der Kapuziner.

Während des Mittagessens im Speisesaal des Klosters Wesemlin gab Oktavian Schmucki in freier Rede einen Überblick über die wichtigsten Etappen seines Lebens. Mit tränenerstickter Stimme dankte er allen, die etwas zur gelungenen, für ihn überraschenden Feier beigetragen hatten.

Walter Ludin

PS. Am Nachmittag des Dreikönigsfestes referierte Niklaus Kuster im Gebetsraum des Klosters Wesemlin über die franziskanische Friedensspiritualität. S. www.franziskanisch-gfs.ch