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Am 1. Februar 2018 geht das Kapuzinerkloster Brig-Glis und der dazugehörige Garten an die Stiftung Emera. Dies teilte Provinzial Agostino Del-Petro am Montag, 18. Dezember, an einer Medienkonferenz mit.

Die Stiftung Emera ist für die Kapuziner keine Unbekannte. Bereits seit 30 Jahren ist sie mit dem „Home la Tour“ im Kapuzinerkloster Sitten eingemietet. Sie hat das Kapuzinerkloster Brig-Glis erworben, um in diesem Haus einen Lebensort für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung zu schaffen, der den Betroffenen mehr Lebensqualität garantieren soll.

Eine franziskanische Lösung
Der Provinzial erklärte: „Das Engagement der Stiftung ist ganz in unserem Sinn. Ist es doch ein Wesenszug franziskanischer Spiritualität, dem Evangelium gemäss mit Schwachen, Benachteiligten und Armen solidarisch zu sein und bei der Linderung ihrer Not nach Möglichkeit zu helfen.
Wir Kapuziner sind glücklich, mit diesem Projekt der Stiftung Emera eine gute Nachfolgelösung für unser Kloster gefunden zu haben. So schmerzlich für uns Kapuziner der Abschied von Brig-Glis auch ist, das Wissen darum, dass Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, diese Räume bewohnen und beleben werden, ist ein echter Trost.“

Keine geeignete kirchliche Nutzung
Die Kapuziner hatten zuerst versucht, eine Ordensgemeinschaft zu finden, welche in der Lage wäre, das Kloster zu übernehmen und weiterzuführen. Leider blieb die Nachfrage bei den Höheren Ordensoberen in der Schweiz erfolglos.
Hingegen hat sich eine Gemeinschaft aus Österreich (mit polnischen Wurzeln) für das Haus interessiert. Diese hätte zwei Priester entsenden können, die für die Seelsorge im Oberwallis zur Verfügung gestanden hätten. Dazu der Provinzial:
„Für uns war jedoch nicht nachvollziehbar, wie zwei Ordenspriester ein Kloster, das für 20 Personen gebaut wurde, sinnvoll nutzen und langfristig weiterführen sollen. Aus diesem Grund haben wir entschieden, auf diese Anfrage nicht einzugehen, sondern nach einer Lösung zu suchen, die uns heute überzeugt und auch für die Zukunft Kontinuität verspricht.“

Verwirrung
Eine Gruppe aus dem Oberwallis hat ohne das Wissen und Einverständnis der Kapuziner einen Verein mit Namen „Kapuzinerkloster Brig-Glis“ gegründet und Unterschriften und Geld für ihr Anliegen gesammelt. Damit sollte die Nachfolge-Gemeinschaft (ihrer Wahl) finanziell unterstützt werden. Die Kapuziner bedauern die Verwirrung, die in der Öffentlichkeit durch dieses Vorgehen entstanden ist.

Kirche bleibt
Die Kirche ist vom Verkauf ausdrücklich ausgenommen und bleibt vorläufig im Besitz der Kapuziner. Dazu steht in der Medienmitteilung des Ordens: „Es ist uns ein Anliegen, dass sie in ihrer franziskanischen Schlichtheit und Ausrichtung erhalten bleibt und gepflegt wird.
Deshalb werden wir für die Kirche eine Stiftung gründen mit dem Zweck, dass diese weiterhin als Sakralraum für Gottesdienste zur Verfügung steht. Auch soll die Möglichkeit bestehen, die Kirche für verschiedene Anlässe wie religiöse, soziale, bildende und kulturelle Veranstaltungen zu nutzen.“