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Franziskus hat neue Massstäbe für die Mission der Kirche gesetzt. Sie sie sind hochaktuell.

Der franziskanische Missionsauftrag

Die Missionszentrale der Franziskaner in Bonn formulierte in ihrer Reihe „Grüne Hefte“ Thesen zur Mission aus franziskanischer Sicht.

These 1:
Franziskanische Mission heisst, als Hörende und Entdeckende hinausgehen zu anderen, hören und dabei zu entdecken, wie Gott unter ihnen gegenwärtig ist. Franziskus war bereit, mit der Verkündigung des Evangeliums zu warten, bis es Gott gefällt“.

These 2:
Franziskanische Mission setzt die Anerkennung und Bewunderung für Gottes Wirken im Leben der anderen Religionen voraus und wird so zum Dialog der Menschen untereinander, zum Dialog zwischen den Religionen führen. Mission dieser Art ist gekennzeichnet von Feinfühligkeit und Gelehrigkeit gegenüber dem Geist des Herrn und seinem Willen. Nur so wird gegenseitige Achtung möglich und die Begegnung zwischen Christen und den Angehörigen nichtchristlicher Religionen gefördert.

These 3:
Franziskanische Mission ist getragen von der Anerkennung der Würde und der Gleichberechtigung des anderen, des Fremden, so wie auch Franziskus den Menschen ohne jegliches Gefühl der Überlegenheit und frei von allen Vorurteilen begegnete. Er wollte den Menschen anderer Kulturen und Religionen als Bruder begegnen und ihnen zu Diensten sein.

These 4:

Franziskanische Mission wird auch und vor allem bestimmt durch den Einsatz für Gerechtigkeit. Ungerechtigkeiten zu analysieren, zu zeigen, wie sie sich in der Gesellschaft manifestieren, ist die Voraussetzung für Frieden. Solange der Nord-Süd-Gegensatz nicht überwunden ist und die Mehrheit der Menschen zu einem Leben in Not und Elend verdammt ist, bleibt das Bemühen um Gerechtigkeit eine Bedingung für missionarisches Wirken.

These 5:
Franziskanische Mission ist friedensstiftend, weil sie wehrlos ist und auf Gewalt verzichtet. Indem Franziskus es ablehnte, mit Waffen für die Sache Christi zu kämpfen und auch nicht mit Worten und Argumenten gegen falsche Ansprüche antreten wollte, machte er das Grundmodell eines neuen Missionsverständnisses sichtbar.

These 6:
In seinem Sonnengesang hat Franziskus das Lied eines allumfassenden Friedens der Menschen mit der Schöpfung besungen. So ist auch die Bewahrung der Schöpfung ein unverzichtbares Element der franziskanischen Mission. Durch die zunehmende Umweltzerstörung wird das Leben künftiger Generationen gefährdet. Nur eine neue Theologie und Spiritualität der Schöpfung wird diese Bedrohung zum Guten wenden.

These 7:
Motiv für die franziskanische Mission ist die Liebe. Denn nur durch gelebte Liebe kann den Menschen Hoffnung und Vertrauen gegeben werden in einer Welt, die voller Konflikte und Probleme ist, in der es viele Menschen gibt, die um ihr Überleben kämpfen müssen. Es geht nicht um das Wohlergehen des Ordens oder der Kirche, sondern darum, dass die Menschen Gottes Liebe erfahren und wieder an die eigene Liebesfähigkeit glauben.

These 8:
Franziskanische Mission ist ein Lebensstil im Geiste des Herrn. Dieser bedeutet, sich dem Leben und der Arbeit der Menschen anzuschliessen, mit ihnen Speise und Trank zu teilen, an ihrem Leben teilhaben. So erst kann die Verkündigung des Evangeliums glaubhaft werden. Sich mit dem Notwendigen begnügen ist eine Haltung, die mit dem ständig wachsenden Streben nach Konsum nicht vereinbar ist.

These 9:
Franziskanische Mission ist aufgebaut auf dem Modell einer geschwisterlichen Kirche, in der alle, vom Papst bis zum Ärmsten der Armen, vom Bischof bis zum einfachen Gemeindemitglied wie Schwestern und Brüder miteinander umgehen sollen. Also darf es keine Standesunterschiede geben. Denn wesentliches Kennzeichen ist die Gemeinschaft von Geschwistern, in der es nicht Herr und Knecht, nicht oben oder unten gibt. Franziskus und seine Brüder sprechen von „minoritas“, von der Pflicht, dem andern „untertan zu sein“, und sie meinen damit eine wechselseitige, geschwisterliche Beziehung untereinander.

Franziskus hat neue Massstäbe für die Mission der Kirche gesetzt. Sie haben noch heute ihre Gültigkeit, sie sind hochaktuell.