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(Laute) Musik macht munter

«Was macht euch lebendig?» Im Auftrag des Franziskuskalenders stellte der Jugendseelsorger Ronny Jenny diese Frage zwei Klassen des 10. Schuljahres der Freien Katholischen Schule Zürich. Die Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 sollten auch die Frage beantworten, die viele Erwachsenen stellen: «Warum werdet ihr durch (laute) Musik so lebendig?» Wir dokumentieren einige Ausschnitte aus den Antworten.

Kaum zu bremsen

Ich bin lebendig, sobald ich mit Freunden unterwegs bin, an einer Party bin oder einfach nur Musik höre! Lebendig fühle ich mich, wenn ich mich vor Lachen krümmen kann. Unlebendig oder halb tot bin ich immer, wenn ich traurig oder sauer bin. Dann ziehe ich mich in mein Zimmer zurück und liege einfach reglos auf dem Bett: bis ich meine Gedanken geordnet habe und wieder zum «lebendig» Fröhlichsein bereit bin.

Musik ist ein wichtiger Teil. Sie kann glücklich und lebendig machen, aber auch in unglücklichen Situationen Beistand leisten und einem wieder aus dem Tief holen. Auch in der Schule ist die Lebendigkeit zu spüren. Die meisten sind immer aufgedreht und kaum zu bremsen.

Andrina

Mit dem Pferd

Lebendig bin ich, wenn ich mit Kollegen unterwegs bin oder wenn ich es lustig habe und viel lache. Lebendig bin ich auch, wenn ich mit meinem Pferd arbeite und alles gut geht.
Traurig bin ich, wenn etwas passiert ist oder wenn ich Streit habe. Dann gehe ich meist in mein Zimmer und höre Musik, bis ich über alles nachgedacht habe. Dann geht es mir wieder besser!

Daniela

Angst um die Zukunft

Jugendliche sind gar nicht lebendig, sondern sie haben Angst um ihre Zukunft und Gesundheit. Die Drogenverwendung macht mich traurig. Die Eltern-Kinder-Beziehung ist gestört und die Kinder können sich nicht zu Hause fühlen.

Zufrieden sein macht mich lebendig. Wenn ich mit allen um mich herum gut auskomme, ist es mir gut und freundlich. Etwas in mir fängt an zu brennen und mein Gehirn reagiert schon schnell darauf.

Ich höre zuhause Musik. Dann bekomme ich keine Blicke von anderen Leuten. Ich höre im Kleider-Einkaufszentrum Musik. Dann bin ich informiert über neue Hits.

Es ist nicht leicht, anderen von meinen Liedern zu erzählen. Es endet immer mit Streit oder Missverständnis. Ich liebe Hip Hop und gleichzeitig Gospel-Lieder.

Catherine

Immer mehr Ansprüche

Die heutige Jugend wird nicht mehr so leicht lebendig wie die Jugend früher, wo man schnell von etwas begeistert war nicht so wie heute, wo wir immer mehr Ansprüche haben und uns nicht mehr so schnell mit etwas begnügen. Man will immer mehr und mehr. Man sitzt nur noch vor dem Computer, Natel, Fernseher oder lässt sich am Wochenende im Ausgang voll laufen, konsumiert Drogen usw.

Früher wurden viel mehr Ausflüge unternommen oder sogar Wanderungen oder irgendwelche anderen Dinge, die heute keiner mehr tun würde oder fast keiner.

Das fast einzige, was die heutigen Jugendlichen noch lebendig macht. ist die Musik, die sie hören. Bei Partys sieht man, wie sie dazu tanzen oder man hört irgendwo einen Jugendlichen singen. Manchmal denke ich mir, dass die Jugendlichen, die jeden Tag ihren Walkman, Disc-Man oder Mini Dis dabei haben, nicht ohne Musik leben könnten und deprimiert wären. Wer Musik hört, wird auch durch sie ein bisschen beeinflusst vom Text und Stil. Der Musikstil, den ein Mensch hört, sagt etwas über seinen Charakter aus. Meiner Meinung nach macht man laute Musik, wenn man wütend ist. Musik wie Trance und Techno oder andere der gleichen Sorte fahren mehr ein, wenn man den Bass zu spüren bekommt.

Jugendliche, die ein Openair aufsuchen, wollen einfach Spass haben, die Freude an der Musik mit anderen teilen. Es gibt einem auch ein gutes Gefühl, alleine mit der Musik unter freiem Himmel zu sein. Ich selbst habe das auch schon einmal erlebt. Es ist ein wahnsinniges Gefühl mit anderen Musikbegeisterten unter freiem Himmel seine Lieblingsmusik zu hören.

Mich selbst bewegt Musik sehr, aber nicht nur Musik. Zum grössten Teil ist es jedoch die Musik, wofür ich viele Gefühle entwickeln kann. Verschiedene Songs verbinden mich mit Erlebnissen, die ich hatte. Ich achte aber sehr darauf, was ich für Songs höre. Musik kann jemand auch im negativen Sinn beeinflussen. Für mich hat Musik eine fast unbeschreibliche Bedeutung. Ich singe auch und, das kann man nur, wenn man von der Musik überzeugt ist und sie von Herzen kommt. Ich drücke meine ganzen Gefühle in der Musik aus, die ich mache.
Es ist nicht nur Musik, die uns junge Leute lebendig machen kann. Aber das verstehen und merken viele von uns Jugendlichen nicht. Man kann auch Lebendigkeit schöpfen von kleineren, vielleicht ein bisschen unbedeutenderen Dingen. Aber wenn es keine Musik gäbe, würde die Welt noch viel schlimmer aussehen als sie jetzt schon ist.

Rachel

Freunde und Kollegen

Das Lebendig-sein der Jugendlichen hängt ganz vom Umfeld ab, wo sie sich gerade befinden, mit wem sie zusammen sind und was sie machen. Dinge wie z.B. Erschöpfung, zu viel Stress, den «Zusammenschiss» eines Lehrers oder der Eltern können einem Jugendlichen den Tag vermiesen.

Das Umfeld kann aber auch im positiven Sinne einen grossen Einfluss haben. Was mich sehr lebendig machen kann, sind meine Freunde und meine Kollegen. Sie haben die Fähigkeit, mich mit ihrem Lachen und ihrer guten Laune anzustecken.

Ein gutes Mittel für die Lebendigkeit ist bei mir so wie bei vielen anderen Jugendlichen die Musik. Doch das gilt bei mir nicht für jede Art von Musik. Es gibt solche, die höre ich mir gar nicht erst an. Ob und welche Musik ich höre, kommt auch ganz auf meine Laune an. Habe ich gute Laune, kann es sein, dass ich mit laut aufgedrehter Musik vor dem Spiegel rumhüpfe. Macht mich etwas traurig, höre ich eher langsame Lieder mit Texten, die ich verstehe und in die ich mich gut hineinversetzen kann.

Im Allgemeinen würde ich sagen, die Musik ist etwas sehr Wichtiges im Leben der Jugendlichen. Mit Musik können sie abschalten und in ihre eigene Welt eintauchen.

Larissa

Kalt und dunkel

Gerade jetzt in der Winterzeit sind viele Menschen oder auch Jugendliche deprimiert. Es ist kalt und dunkel. Wenn man morgens aufsteht, ist es dunkel und wenn man nach Hause kommt, ist es immer noch dunkel. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass manche Jugendliche noch keine Lehrstelle haben, gerade im Winter, wo man denkt, es ist gelaufen, wenn man keine Lehrstelle hat.

Allerdings Musik macht fröhlich. Wenn dir ein Musiktext gefällt, dann bist du gleicher Meinung wie der Sänger, du kannst mitsingen! Die Musik bringt Menschen zum Nachdenken. Wenn ich zum Beispiel harte Musik höre, dann kann ich mitsingen (schreien) und werde meine Aggressionen los. Ich tue das natürlich nur innerlich, ich schreie nicht durch den Zug oder so. Je nach Musikgeschmack sucht man an einem Openair etwas anderes. Einige suchen ruhige Musik, andere laute. Ich suche laute und aggressive Musik.

Die Fans drehen irgendwann durch. Sie werfen andere umher und werden selber umher geworfen. Wir verlieren dabei unsere Aggressionen. Man lässt seine Aggression an anderen aus, ohne ihnen zu schaden.

Über Musik kann man immer streiten. Aber ich zeige anderen Leuten gerne, was für Musik ich höre. Meine Musik ist nachdenklich. Es ist nicht so, dass man einfach so viele Fluchwörter wie möglich in den Text einbringen will. Der Text ist immer gut durchdacht und hat einen Hintergrund. Manchmal sind es politische Texte, manchmal aber auch poetische. Sie machen immer Sinn. Es ist eine Mitteilung an das Volk. Über Musik kann man und sollte man diskutieren.

Misha

Laut oder romantisch

Lebendig zu sein bedeutet für mich, dass ich selbstbewusst sein kann. Noch muss ich mich fühlen, als ob ich einen Freund hätte, der meine Sorge auf sich nimmt, ohne dass er sich schlechte Gedanken über mich macht. Das bedeutet, dass ich meine Schwierigkeiten vergessen kann und mich wohl fühlen kann.

Ich glaube, dass es bei den meisten Jugendlichen so ist. Obwohl manche sich auf etwas anderes einlassen, ist es ganz normal, wenn Jugendliche laute Musik hören und dabei keine Mitgefühle für die anderen Menschen zu haben scheinen.

Wenn man laute Musik hört, konzentriert man sich darauf. So kann man alles vergessen, was sich um einen dreht. Es passiert das Gleiche, wenn es ein Openair gibt. Dort können Jugendliche sich treffen und sich sehr gut verstehen. Denn sie haben die gleichen Meinungen. Musik macht Freude am Leben, besonders, wenn alles nichts mehr bedeutet.

Nicht alle Jugendliche hören laute Musik. Es gibt manche, die sich nach Leidenschaft sehnen. Ihr Ausweg ist romantische Musik, was selten ist, weil viele Jugendliche sich mehr mit Gewalt beschäftigen als mit etwas Leidenschaftlichem oder Zärtlichem. Besonders ist das der Fall, wenn sie sich in einer harten Gesellschaft befinden. Dann müssen sie natürlich alles mitmachen. Sonst werden sie als Feiglinge betrachtet. Harte Musik gehört zu den Regeln der Gesellschaft.

Caroline

Texte zum Philosophieren

Die heutige Jugend ist nicht mehr so «lebendig» wie die frühere. Heute hängt man eher herum, als dass man z.B. zusammen Sport treibt oder Nützliches verrichtet.

Die Musik ist etwas vom Wichtigsten für die heutige Jugend. So eine Art Fluchtort, wo man hin kann, wenn es einem schlecht geht oder man einfach abschalten will. Eine Art eigene Welt, wo man durch Musik hingelangen kann und dort noch alles farbig und fröhlich ist.

Natürlich kommt es auf die Stilrichtung der Musik an. Ich z.B. mag keine Musik, die keinen tiefgründigen Text hat. Ich philosophiere sehr gern mit meiner Kollegin über die Texte. Musikrichtungen wie Trance, House, Techno, Hardrock, kommerzieller Hip-Hop, Pop, all die mag ich nicht. Sie sind mir zur hart, machen aggressiv und nervös. Ich liebe Lieder, die nicht alle kennen, die etwas aussagen. Auch der Sänger muss es ernst meinen, was er singt. Das finde ich wichtig. Ich höre eher Reggae, Ska, vorkommerzieller Hip-Hop, Santana, Manu Chao, Gospel, 60–70er Jahre Sound oder auch teils Latinolieder.

Ich finde die Texte der jamaikanischen Ghettos und die der amerikanischen sehr interessant, weil diese Lieder die Wahrheit verkünden, wie es dort zu und her geht. Oder in teils afrikanischen Stämmen wird die Trommel als «Sprache der Seele» benutzt. Also eine Art Wiedergabe oder Widerspiegelung der Seele. Die Trommel spricht die Sprache des Innern, was und wie die Seele empfindet und sich gerade fühlt. Ich finde dies sehr beeindruckend. Es ist eine gute Methode, seine Gefühle an den Menschen zu bringen.

Musik kann besser wirken als eine Droge. Wenn man schlecht drauf ist und laut Musik hört, kann es so ähnlich wirken. Ich kann mich mit Musik in meine eigene Welt zurückziehen. Viele Leute, die Drogenprobleme haben, hätten bestimmt viele nur durch die Musik bewältigen können. Musik ist ein High-macher ohne Nebenwirkungen, ausser vielleicht, dass es auf das Gehör schlägt.

Sandy

Rhythmus und Spass

Meine Sichtweise ist, dass Jugendliche immer lebendiger werden. Vieles macht sie lebendig; zum Beispiel Musik, Partys, Alkohol, Drogen, Gefahr und Sex. Ja es gibt Dinge, die jemanden zerstören können. Zum Beispiel Drogen und Alkohol. Bei mir sieht es normal aus. Was mich lebendig macht, sind Partys, Musik hören und Motorrad fahren.

Die Jugendlichen werden durch die laute Musik so lebendig, weil der Rhythmus durch den Körper fliesst. Viele Jugendliche gehen an Openair-Konzerte. um Spass zu haben und abzudrehen. Die Jugendlichen hören fast überall Musik: zuhause, vor dem Fernseher, im Auto, unterwegs usw. Das Teilen von Musik mit Freunden ist meistens schwer, weil jeder einen anderen Musikstil hat.

François