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Eine neue Kapuziner-Präsenz

Die deutschsprachigen Kapuziner haben in Eberswalde in Brandenburg nördlich von Berlin eine neue Niederlassung eröffnet. Gemeinsam mit der Erzdiözese Berlin starten die franziskanischen Ordensleute dort ein Projekt zum Thema „Nachhaltig leben“.

Seit Anfang des Jahres leben Br. Bernd Beermann und Br. Samson Antony Chettiparambil in der Gemeinde Eberswalde nördlich der Hauptstadt Berlin. In einem gemeinsamen Projekt mit der Erzdiözese Berlin wollen die beiden Kapuziner dort das Gemeindeleben vor Ort und das Leben in der Gemeinschaft in Verantwortung gegenüber der Schöpfung gestalten. „Ganz konkret geht es darum, dass wir einen Prozess anstoßen, durch den wir unseren Lebensstil reflektieren und nachhaltig umstellen“, sagt Br. Bernd, der promovierter Diplom-Chemiker und Biologe ist.

„Wir wollen uns in unserer neuen Niederlassung in Eberswalde vor allem mit der Frage befassen, wie unser Beitrag als Kirche zur Erhaltung der Biodiversität aussehen kann. Gleichzeitig gilt es, eine Spiritualität zu vertiefen, die nicht nur die Menschen, sondern die gesamte Umwelt im Blick hält. So wie es unser Ordensgründer Franz von Assisi schon vor Jahrhunderten formuliert hat“, sagt Br. Bernd.

Die Gemeinde in Eberswalde steht vor einem Neubau ihres Gemeindezentrums, in das nach der Fertigstellung bis zu vier Kapuziner einziehen können. Br. Bernd arbeitet als „Projektleiter für das Projekt Schöpfungsverantwortung in der Gemeinde“ der Erzdiözese Berlin, Br. Samson ist Pfarrvikar der Pfarrei Heiliger Christophorus Barnim, zu der auch die Gemeinde Peter und Paul in Eberswalde gehört.

Eberswalde ist für das Projekt „Nachhaltige Gemeinde“ besonders interessant, da in unmittelbarer Nachbarschaft der katholischen Kirche der Stadtcampus der „Hochschule für Nachhaltige Entwicklung“ liegt. „Auch die religiöse Situation vor Ort, wo nur wenige Menschen noch etwas mit Kirche anfangen können, macht unser ökologisch-soziales Projekt hier in Eberswalde so spannend“, freut sich Br. Bernd Beermann auf die neue Aufgabe. Auf dem Gebiet der Pfarrei, das in etwa doppelt so groß wie die Stadt Berlin ist, leben gerade einmal 8000 Katholiken.

Br. Bernd Beermann wurde 1968 in Werne geboren und trat 1990 in den Kapuzinerorden ein. 1996 legte er seine ewigen Gelübde ab. Der Diplom-Chemiker und Diplom-Biologe promovierte im Jahr 2003 in physikalischer Chemie. Er war Umweltreferent von „Franciscans International“ und leitete als Direktor das Büro für Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie der Generalkurie des Kapuzinerordens in Rom. Seit 2012 lebte Br. Bernd in Münster und leitete dort viele Jahre den Konvent. Er ist auch Mitglied des Provinzrates, des gewählten Leitungsgremiums der Deutschen Kapuzinerprovinz.

Br. Samson Antony Chettiparambil wurde 1984 in Kochin im Bundesstaat Kerala in Indien geboren und trat im Jahr 2000 in den Kapuzinerorden ein. 2012 legte er seine ewigen Gelübde ab. Nach dem Eintritt in den Orden absolvierte Br. Samson ein Studium der Theologie und Philosophie und wurde 2012 zum Priester geweiht. Seit 2018 lebt der Kapuziner in Deutschland, bis Ende 2023 im Kapuzinerkloster in Münster.