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Piusbruderschaft und ihre Legitimation 1970

Der Kapuziner Adrian Holderegger im Austausch mit Fabian  Gobet in den Freiburger Nachrichten, Mittwoch, 8. Juli 2026: Erzkonservativ und schismatisch: Die Piusbruderschaft hat ihre Legitimation 1970 einem Freiburger Bischof zu verdanken. Doch die Sympathie hielt nicht lange an.

Ein altes weiss-graues Haus mit Ziegeldach, davor ein kleiner weisser Metallzaun: Das mittelgrosse, aber unscheinbar wirkende Gebäude an der Vignettaz-Strasse 50 in der Stadt Freiburg ist der Gründungssitz der Piusbruderschaft, die letzte Woche wegen einer unerlaubten Bischofsweihe in Écône (Kanton Wallis) Schlagzeilen gemacht hat. Doch diese Weihe ist nicht der erste Akt der erzkonservativen Bruderschaft, der in der katholischen Kirche kritisch betrachtet wird.
Dabei spielte Freiburg vor und nach der Gründung dieser Glaubensgemeinschaft eine wichtige Rolle. Schliesslich war es ein Freiburger Bischof, der die offizielle Gründung dieser Bruderschaft ermöglichte. Und Adrian Holderegger, emeritierter Professor für theologische Ethik an der Universität Freiburg, sass 1971 mit den ersten offiziellen Piusbrüdern in den Vorlesungssälen der Universität Freiburg. Doch von Anfang an.

Vergleiche die beigefügten PDFs.

Warum so umstritten?

Adrian Holderegger nennt einige konkrete Beispiele: «Die Bruderschaft anerkennt einige Reformen nicht. Erstens: die Messfeier in der  Landessprache.» Deshalb werde die Messe bis heute mit dem Rücken zu den Gläubigen und auf Latein zelebriert. Zweitens hätten die Piusbrüder
die ökumenische Öffnung gegenüber anderen christlichen Kirchen nicht akzeptiert. Drittens lehne die Bruderschaft den Dialog mit anderen Religionen ab. Viertens habe man die Lehre der Religionsfreiheit nicht akzeptiert. «Und schliesslich lehnen die Piusbrüder folgerichtig auch die Menschenrechtskonvention ab.» (fgo)