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In den kirchlichen Basisgemeinden an vielen Orten auf dem lateinamerikanischen Kontinent findet dieser Vorgang seinen stärksten Ausdruck in der Neuaneignung der Bibel durch das Volk selbst.

Die Bibel ist heute– wie vielleicht sonst nirgendwo – wieder zu einem wirklichen „Buch des Volkes“ geworden. Entscheidend ist dabei die Praxis der Bibelauslegung durch die Armen selbst: Ein Lesen der biblischen Texte in der Gemeinschaft ausgehend von der Realität des armen Volkes. Indem die Armen ihre Realität „im Lichte der Botschaft“ lesen, entdecken sie sich selbst in diesen Texten. In ihren eigenen Worten:

„Wir selbst kommen in diesen Texten vor. Sie wurden für Menschen wie wir geschrieben. Wenn wir im Alten und Neuen Testament lesen, schauen wir wie in einen Spiegel, in dem wir unsere Wirklichkeit wieder erkennen. Wir schreiben heute das Neueste Testament, mit unserem Leben.“

Das Neuwerden der Kirche in Lateinamerika „von unten her“ hinterlässt Spuren bis in die institutionalisierten Kirchen hinein. Die Basisgemeinden sind wie Keimzellen einer neuen Kirche, die als Ferment in die Grosskirche hineinwirken. Bischöfe, Theologen, Priester, Pfarrer und Ordensleute erleben in der Begegnung mit den Christen In den Basisgemeinden eine zweite Bekehrung: „Die Armen evangelisieren uns.“ (Hélder Câmara). Von den Kleinbauern und Slumbewohnern lernen sie, das Evangelium neu zu lesen – mit den Augen der Unterdrückten.

(Aus der Broschüre: Im Norden … derselbe wie im Süden. Missio und KEM)