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Bruder George Francis Xavier verfasste eine Masterarbeit über ausländische Priester in Schweizer Pfarreien.   © Walter Ludin
Bruder George Francis Xavier verfasste eine Masterarbeit über ausländische Priester in Schweizer Pfarreien. © Walter Ludin

Immer mehr Priester aus dem Ausland werden in Schweizer Pfarreien eingesetzt. Allein im Bistum Basel sind es heute 140. Der Kapuziner George Francis Xavier hat sich in seiner Masterarbeit an der Uni Luzern mit ihnen auseinandergesetzt. Sein Fazit: Ihr Einsatz angesichts des Priestermangels bedeutet „Pflästerli-Politik“. Sie sind kein „Zukunftsmodell“. Allein Reformen in der Ämterfrage haben Zukunft.

Ausländische Priester in Schweizer Pfarreien

„Aushilfepriester und ihre Tätigkeit in der Schweiz: Liturgie-Tourismus oder Rück- Missionierung?“: Unter diesem Titel verfasste der aus Indien stammende Schweizer Kapuziner George Francis Xavier an der Uni Luzern eine Masterarbeit. Er hat dort an  der kulturwissenschaftlichen Fakultät studiert und entschloss sich vor zwei Jahren, in die Schweizer Kapuzinerprovinz überzutreten.

Am 27. Mai 2018 fasste er im Kloster Wesemlin Luzern in einem Vortrag seine Abschlussarbeit zusammen. Die Veranstaltung wurde vom «Freundeskreis» des Klosters organisiert.

In einer einleitenden Statistik zeigte Bruder George, dass das Phänomen «ausländische Priester» im Bistum Basel – auf das er sich in seiner wissenschaftlichen Untersuchung beschränkte – recht verbreitet ist:

Im Bistum Basel arbeiten Priester aus Polen, Italien,  Deutschland, Indien, Kroatien und Nigeria. Die restlichen Priester stammen aus verschiedenen anderen Ländern. Insgesamt arbeiten 140 ausländische Priester im Bistum Basel.

Und hier die Bilanz der Untersuchung:

Die Vorteile, die in der Untersuchung durch Interviews und Fragebogen herausgefunden werden konnten, sind aus Sicht der Befragten und Interviewten die folgenden:

o Die Sakramentale Dienste in der Kirche werden gewährleistet durch die ausländischen Priester.

o Ausländische Priester bringen ihre Kultur in die Kirche ein, das führt zu einem internationalen Charakter der Kirche.

o Die Schweizer Gesellschaft ist im Lauf der Zeit vielfältiger geworden, die ausländischen Priester spiegeln diese Vielfalt.

o Es gibt eine missionarische Wirkung in den Herkunftsländern der ausländische Priester, wenn sie von der Arbeit in Europa finanziell, geistlich und akademisch profitieren können.

 

Die Nachteile, die in dieser Forschung durch Interviews und Fragebogen herausgefunden werden konnten, sind die folgenden:

o Reformen in der Kirche werden verhindert oder verlangsamt, ausländische Priester bremsen die Veränderung der Strukturen der Seelsorge.

o Das bisherige System in der Kirche wird ohne Reformen beibehalten, dabei sind ausländische Priester nur eine vorläufige Lösung für den Priestermangel.

o Eine fehlende Sprachkompetenz in Schweizerdeutsch lässt keine richtige Seelsorge zu.

o „… Priester aus dem Ausland werden häufig nur als Lückenbüsser eingesetzt “, das weckt bei Kirchenbesuchern den Eindruck, dass der Priesterberuf etwas für Ausländer ist.

 

All dies zeigt, dass aus Sicht einiger Befragten dieses Phänomen der ausländische Priester in der Schweiz, nicht zukunftsorientiert ist.