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Während man jahrhundertelang die anderen Religionen verurteilte, ohne sie von innen zu kennen, hat man nun erkannt, dass man nicht mehr bloss monologisch, ohne Bezug auf jene religiösen Traditionen, das Evangelium verkünden und fast aufdrängen dürfe, sondern dass man mit den nichtchristlichen Partnern in fruchtbaren Austausch, Dialog, treten müsse, dass man ihre Werte anerkennen solle und sich sogar an ihnen bereichern könne.

Walbert Bühlmann

Walbert Bühlmann

Wenn nicht schon alle zur Kirche gehören, so darf man heute annehmen, dass alle Menschen guten Willens im Reiche Gottes, in Gottes Huld und Liebe leben und dass es schon sehr viel ist, einander zu achten und miteinander zu beten. Dadurch wird Mission entkrampft, und die kleinen christlichen Minderheiten in Asien können auch ohne statistische Erfolge als Partner des Dialoges eine grosse Aufgabe erfüllen.

Bei aller Wichtigkeit der kulturellkirchlichen Probleme treten diese gegenwärtig eher in den Hintergrund gegenüber der brutalen Wirklichkeit des Lebens in der Dritten Welt, gegenüber den Staatsstreichen, der Unterdrückung, der Korruption, der Verletzung der Menschenrechte, der Armut. Hier muss Mission in erster Linie Hand anlegen, um die Welt zu verändern, eine bessere Welt mit mehr Gerechtigkeit und Frieden aufzubauen, nicht mehr bloss an jenen Armen Gutes zu tun, sondern den Armen selber Mut zu machen, ihren Befreiungskampf durchzustehen.

Vor allem die Christen müssen merken, dass das Paschamahl, die Eucharistie, mit dem Exodus, also mit der politisch-sozialen Befreiung aus Ägypten zu tun hat; dass Jahwe nicht bloss ein Gott der Ewigkeit, sondern vorerst der Geschichte ist; dass also das gemeinsame Ringen, um aus Krankheit und Armut herauszukommen, mit Gott und Heilsgeschichte zu tun hat; dass also die Christen die Animatoren der Gemeinschafts-Entwicklung seien und trotz aller Schwierigkeiten den Mut nie verlieren müssen.

Walbert Bühlmann

Vorwort zu: Omer Degrijse. Der missionarische Aufbruch in den Jungen Kirchen. missio aktuell verlag.