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Bei «Mission» – der «Sendung» der Christen – geht es im Grunde darum, Zeugnis zu geben, von dem, was sich mir als eine existenztragende Wahrheit erschlossen hat, worauf ich mich im Leben und im Sterben verlassen kann; Zeugnis von dem, was mich unbedingt angeht, von der Hoffnung, aus der ich lebe, von der Quelle der Lebenskraft und der Lebensfreude, die mir zufliesst, von dem Sinnhorizont, in dem ich mein Leben und die Welt deute und mein Handeln orientiere.

Zeugnisgeben kann sich nur in der Ich-Perspektive, in der Perspektive der ersten Person vollziehen. Es geht dabei nicht zuerst um die Mitteilung von Glaubensinhalten, sondern um das Erzählen von einem Weg, den ich als tragfähig erfahren habe. Mit dieser Erfahrung ist die Gewissheit verbunden, dass sie auch für andere tragfähig sein müsste – damit kommt die zweite Person, das «Du» ins Spiel. Die Gewissheit will sich mitteilen – das liegt in ihrem Wesen. Sie drängt zur Kommunikation und damit in die communio.

Zum Wesen eines Zeugnisses, das eine existentielle Überzeugung zum Inhalt hat, gehört es auch, andere überzeugen zu wollen. Daran ist nichts Überhebliches, nichts Bedrängendes, nichts Vereinnahmendes und schon gar nichts Aggressives. Im Gegenteil: Indem ich dem anderen Zeugnis von dem gebe, was mir existentiell wichtig ist, bringe ich zum Ausdruck, dass mir dieser/diese Andere wichtig ist. Gerade weil ich ihn/sie ernst und wichtig nehme, werde ich ihm/ihr mitteilen, was mir ernst und wichtig ist.

Wenn der Grundvorgang der «Mission» aber in der Kommunikation einer Gewissheit besteht, aus der ich lebe, kann Mission nur auf kommunikative Weise, also dialogisch erfolgen. Mission als Bezeugung des christlichen Glaubens und dialogische Beziehungs- und Kommunikationsformen im Umgang mit Menschen anderen Glaubens sind keine sich abstossenden Pole, sondern zwei Seiten eines Geschehens.

Aus einem Vortrag von Professor Reinhold Bernhardt, Basel

Erschienen als Broschüre «Mission in einer multireligiösen Welt»; erhältlich als Pdf oder Print bei Mission 21, E-Mail: christine.lehni@mission-21.ch