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Glaubensboten sind nicht immer Priester und Ordensleute. Auch Laien haben bei der Ausbreitung des Glaubens eine wichtige Rolle gespielt.

Nochmals aus dem Beitrag von H. Waldenfels (vgl. Beitrag vom 13. Mai): Asiens Missionsgeschichte könnte bei uns Signalwirkung haben. Ich erinnere an drei Momente:

  • Die koreanische Kirche ist nicht das Ergebnis europäischer Missionsbemühungen, sondern Koreaner haben in China das Christentum entdeckt, sich taufen lassen und die Botschaft in ihre Heimat gebracht. Erst später kam es zum Aufbau einer Kirche mit lateinischen Strukturen.
  • In Japan wurde das Christentum um die Wende zum 17. Jahrhundert verboten, die ausländischen Missionare wurden ausgewiesen oder getötet; das Inselland schottete sich gegen ausländische Einflüsse ab. Doch das Christentum überlebte priesterlos auf den der Insel Kyūshū vorgelagerten Inseln. Als das Land sich 1853 wieder öffnen musste, entdeckten bald danach Vertreter der „verborgenen Christen“, der Kakure Kirishitan, in den Missionaren in Nagasaki ihre Urväter im Glauben.
  • Am 23. Oktober 2014 wurden zwei Inder heiliggesprochen, Kuriakose Elias Chava-ra (1805-1971), der Gründer der indischen Carmelites of Mary Immaculate, und Sr. Euphrasia von Heiligsten Herzen Jesu (1877-1952), Mitglied der Kongregation der Mutter vom Karmel. Chavara hat wesentlich zur Wiederherstellung und Anerkennung der Tradition der Thomaschristen in Indien beigetragen. Zeichen der bleibenden Narben einer fragwürdigen lateinischen Missionspolitik ist heute das Nebeneinander von drei katholischen Riten und Hierarchien in Indien in drei Bischofskonferenzen: einer lateinischen, einer syrisch-malabarischen und einer syrisch-malankarischen Bischofskonferenz14. Es ist den wenigsten Gläubigen bei uns bewusst, dass der Großteil der bei uns tätigen indischen Priester und Schwestern alltäglich auf ihren heimischen Ritus verzichten müssen und sich dem lateinischen Ritus unterordnen. Wirklich katholisch zu sein wird in unseren Tagen zu einer Herausforderung.

Hans Waldenfels SJ (in einer Dokumentation der Franziskaner/ccmc-kurs