Zum Hauptinhalt springen

Kapuziner in Graubünden

Mels/Mastrils. – Mit der Verabschiedung von Bruder Ephrem endete auch die letzte Kapuzinerpräsenz im Kanton Graubünden, die 1621 von Papst Gregor XV in einer Zeit der religiösen und machtpolitischen Wirren lanciert wurde und bis in die Blütezeit der Kapuziner-Seelsorge im 19. Jahrhundert nicht weniger als 84 sogenannte Missionsstationen in den drei Sprachregionen im heutigen Kantonsgebiet aufwies. Zu diesen gehörte auch Mastrils, das 1728 zum Kapuzinerhospiz «befördert» wurde und damit de facto den Status einer Niederlassung mit einem Superior erhielt. Seither übten Kapuziner die Seelsorge in einem weitläufigen Gebiet aus, das bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts die Bündner Herrschaft umfasste und bis ins Prättigau reichte. Zuletzt verblieb nur noch die Pfarrei Mastrils in der seelsorgerischen Zuständigkeit der Kapuzinerprovinz, wahrgenommen durch das Kapuzinerkloster Mels.

 

Vom Kloster zum Bistum Chur

Da die Kapuzinerbrüder des Klosters Mels in der eigenen Region im Seelsorgedienst voll ausgelastet sind, war der Wegzug von Br. Ephrem der aktuelle Anlass, die sich schon länger abzeichnende Lösung von dieser Aussenpfarrei zu vollziehen. Seit dem 1. Januar 2026 ist die Schweizer Kapuzinerprovinz nicht mehr für die Pfarrei verantwortlich, sondern das Bistum Chur. Am ersten Januarsonntag fand in Mastrils ein bewegender Abschiedsgottesdienst unter der Leitung von Generalvikar Peter Camenzind mit Br. Ephrem und Provinzial Br. Benno Zünd als Konzelebranten statt. Für den feierlichen musikalischen Rahmen sorgten mit weihnachtlich gestimmten Gesängen der Kirchenchor Pfäfers, vereint mit dem ökumenischen Chor Wartau. Beim und nach dem Abschiedsgottesdienst durfte Br. Ephrem nach 12-jährigen segensreichen Wirken als 33. und letzter Kapuzinerpfarrer in Mastrils von allen Seiten viele Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung entgegennehmen. (pd)