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Mindestens eine Suppe

In der Schweiz heisst es oft, einen Kaffee müssen sie dir geben. In Restaurants hiess es früher, mindestens ein Glas Wasser bringen sie dem Gast. Bei den Kapuzinern könnte man oft sagen, mindestens eine Suppe - vergleiche beispielsweise die Suppenstube im Kloster Wesemlin - werden die Brüder dir bringen. Berühmt sind die Sozial-Dienste, wie sie die Kapuziner in Mailand oder Frankfurt organisiert haben. Der Franziskustreff in Frankfurt hat nun eine neue Leitung erhalten:

Nach einem erfolgreichen Jahr im Franziskustreff wurde Ende 2025 der langjährige Leiter Br. Michael Wies verabschiedet und der neue Leiter Br. Michael Maldacker vorgestellt.

Für die Menschen, die sich morgens vor dem Franziskustreff einfinden, sind freudige Momente selten geworden und darum besonders kostbar. Das Frühstück ist für viele so ein wichtiger und freudiger Moment am Tag. Werktags und an allen christlichen Feiertagen öffnet sich für die obdachlosen und in Armut lebenden Menschen pünktlich um 7:45 Uhr die Tür zum Gastraum. Die ersten warten bereits geduldig. In den kalten Monaten ist es anfangs still. Ein Nicken hier, ein Nicken dort. Ruhige Begrüßungen. Hände umklammern die wärmenden Tassen mit Kaffee oder Tee. In dieser Stille werden Obdachlosigkeit und Armut deutlich spürbar. Bevor man das Frühstück überhaupt genießen kann, heißt es: Wärme tanken. Äußerlich, aber auch innerlich.

Dann lässt die Anspannung der Nacht nach. Gemeinsame Gespräche und Lacher erfüllen den Raum. Den Frühstückstreff neben der Liebfrauenkirche als einen verlässlichen Zufluchtsort zu wissen. Sich als Mensch gesehen fühlen, jenseits von Obdachlosigkeit und Bedürftigkeit. Wie Gäste behandelt zu werden und ganz selbstverständlich ein Frühstück nach Wunsch serviert bekommen. Das sind kleine Momente der Freude.

Seit Bruder Wendelin 1992 den Gastraum eröffnete, ermöglichen Jahr um Jahr zahlreiche Wohltäterinnen und Wohltäter und mittlerweile über 60 Ehrenamtliche dieses Hilfsangebot und spendeten damit auch Zuversicht. Auch im vergangenen Jahr 2025 zeigen die Zahlen weiterhin deutlich die Notwendigkeit des Angebots: So besuchten an einem Morgen im Durchschnitt 180 Gäste den Franziskustreff. Das macht 34 Brote, etwa 440 Tassen Kaffee sowie circa 100 Stück Kuchen. Über das Jahr gezählt klapperten über 43.000 Teller auf den Tischen. Nach jedem Frühstück ließen sich im Schnitt 10–12 Gäste in der Sozialberatung helfen und der Praxis für Wohnungslose haben sich mittlerweile 199 Patienten anvertraut.

Auch wenn die Zahlen zeigen, dass Angebote wie dieses immer mehr gebraucht werden, so sind sie auch Zeugnis für Vertrauen. Vertrauen der Gäste in den Franziskustreff. Und Vertrauen in die dort geleistete Arbeit seitens der Menschen, die spenden: Undenkbar ohne die Arbeit von Bruder Michael Wies. Nach über 10 Jahren Wirken in der Frankfurter Stadtgesellschaft hat er die Mainmetropole in Richtung Altötting verlassen. Dort erwarten ihn neue Aufgaben im sozialen Bereich. Ein solcher Wechsel gehört zur DNA franziskanischer Gemeinschaften (siehe Interview hier). Zum 10-jährigen Jubiläum und Abschied gab es für den davonziehenden Bruder eine Feierstunde in der Liebfrauenkirche. Dem umfangreichen Dank und besten Wünschen schloss sich das ganze Team im Franziskustreff von Herzen an.

Seit Anfang Januar 2026 öffnet ein neuer Mann morgens die Tür. Doch für die Gäste des Franziskustreff wird sich in Zukunft nichts ändern. Nicht einmal der Name. Auf Bruder Michael Wies folgt Bruder Michael Masseo Maldacker. Im Herbst 2024 legte der Ordensmann in Salzburg seine ewigen Gelübde als Kapuziner ab. Er bezeichnet sich selbst als „Späthörenden“ und fand erst 2019 den Weg in den Orden. Vom Kapuzinerberg im Kloster Salzburg führt ihn sein Weg nun direkt an die Tür in Liebfrauen. „Als Kapuziner stehe ich bei den Ausgegrenzten der Gesellschaft. Und da bin ich richtig.

Mehr zum Franziskustreff erfahren Sie hier.

 

Nach einem erfolgreichen Jahr im Franziskustreff wurde Ende 2025 der langjährige Leiter Br. Michael Wies verabschiedet und der neue Leiter Br. Michael Maldacker vorgestellt. 

Für die Menschen, die sich morgens vor dem Franziskustreff einfinden, sind freudige Momente selten geworden und darum besonders kostbar. Das Frühstück ist für viele so ein wichtiger und freudiger Moment am Tag. Werktags und an allen christlichen Feiertagen öffnet sich für die obdachlosen und in Armut lebenden Menschen pünktlich um 7:45 Uhr die Tür zum Gastraum. Die ersten warten bereits geduldig. In den kalten Monaten ist es anfangs still. Ein Nicken hier, ein Nicken dort. Ruhige Begrüßungen. Hände umklammern die wärmenden Tassen mit Kaffee oder Tee. In dieser Stille werden Obdachlosigkeit und Armut deutlich spürbar. Bevor man das Frühstück überhaupt genießen kann, heißt es: Wärme tanken. Äußerlich, aber auch innerlich.

Dann lässt die Anspannung der Nacht nach. Gemeinsame Gespräche und Lacher erfüllen den Raum. Den Frühstückstreff neben der Liebfrauenkirche als einen verlässlichen Zufluchtsort zu wissen. Sich als Mensch gesehen fühlen, jenseits von Obdachlosigkeit und Bedürftigkeit. Wie Gäste behandelt zu werden und ganz selbstverständlich ein Frühstück nach Wunsch serviert bekommen. Das sind kleine Momente der Freude.

Seit Bruder Wendelin 1992 den Gastraum eröffnete, ermöglichen Jahr um Jahr zahlreiche Wohltäterinnen und Wohltäter und mittlerweile über 60 Ehrenamtliche dieses Hilfsangebot und spendeten damit auch Zuversicht. Auch im vergangenen Jahr 2025 zeigen die Zahlen weiterhin deutlich die Notwendigkeit des Angebots: So besuchten an einem Morgen im Durchschnitt 180 Gäste den Franziskustreff. Das macht 34 Brote, etwa 440 Tassen Kaffee sowie circa 100 Stück Kuchen. Über das Jahr gezählt klapperten über 43.000 Teller auf den Tischen. Nach jedem Frühstück ließen sich im Schnitt 10–12 Gäste in der Sozialberatung helfen und der Praxis für Wohnungslose haben sich mittlerweile 199 Patienten anvertraut.

Auch wenn die Zahlen zeigen, dass Angebote wie dieses immer mehr gebraucht werden, so sind sie auch Zeugnis für Vertrauen. Vertrauen der Gäste in den Franziskustreff. Und Vertrauen in die dort geleistete Arbeit seitens der Menschen, die spenden: Undenkbar ohne die Arbeit von Bruder Michael Wies. Nach über 10 Jahren Wirken in der Frankfurter Stadtgesellschaft hat er die Mainmetropole in Richtung Altötting verlassen. Dort erwarten ihn neue Aufgaben im sozialen Bereich. Ein solcher Wechsel gehört zur DNA franziskanischer Gemeinschaften (siehe Interview hier).  Zum 10-jährigen Jubiläum und Abschied gab es für den davonziehenden Bruder eine Feierstunde in der Liebfrauenkirche. Dem umfangreichen Dank und besten Wünschen schloss sich das ganze Team im Franziskustreff von Herzen an.

Seit Anfang Januar 2026 öffnet ein neuer Mann morgens die Tür. Doch für die Gäste des Franziskustreff wird sich in Zukunft nichts ändern. Nicht einmal der Name. Auf Bruder Michael Wies folgt Bruder Michael Masseo Maldacker. Im Herbst 2024 legte der Ordensmann in Salzburg seine ewigen Gelübde als Kapuziner ab. Er bezeichnet sich selbst als „Späthörenden“ und fand erst 2019 den Weg in den Orden. Vom Kapuzinerberg im Kloster Salzburg führt ihn sein Weg nun direkt an die Tür in Liebfrauen. „Als Kapuziner stehe ich bei den Ausgegrenzten der Gesellschaft. Und da bin ich richtig.“ 

Mehr zum Franziskustreff erfahren Sie hier.

 

Mindestens eine Suppe