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Menschenwürde meint alle

Der Kapuziner Adrian Holderegger schrieb für die Zeitschrift Sonntag (Nr. 02/2026) einen wichtigen und aktuellen Artikel, der hier dankbar aufgenommen wird: In der aktuell polarisierten Welt wird auf Macht statt Recht gesetzt. Das tangiert die Menschenwürde. Denn in allen menschlichen Handlungen gilt es, die Würde des Menschen zu respektieren. Doch was genau ist damit gemeint?

Um die Bandbreite des Begriffs der Menschenwürde zu verstehen, müssen wir in die Geschichte zurückgehen: In der antiken Welt war der Gedanke einer allgemeinen Menschenwürde noch nicht präsent. Im alten Griechenland galt Würde als etwas, das sich am sozialen Rang, aber auch an Tugend und Leistung mass. Würde fand also ihren Ausdruck in unterschiedlichen, vom sozialen Status abhängigen Graden. Und zudem galten nur freie Männer als vollwertige Bürger, während Frauen und Kinder, Sklaven und Fremde ausgeschlossen waren. Dennoch legten Plato und Aristoteles den Grundstein für die späteren Überlegungen über die besondere und herausragende Stellung des Menschen im Kosmos. Plato erkannte im Menschen ein Wesen, das mit seiner Vernunft an der göttlichen Welt teilhat, und insofern kommt ihm eine herausgehobene Stellung zu. Aristoteles bezeichnet den Menschen als ein vernunft begabtes Lebewesen, eine Definition, die später zum Kernelement der Definition der Menschenwürde werden sollte.

Weiter geht es auf dem beigefügten PDF "16-19_02_SDP_Menschenwürde_GzD"