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Schweizer Kapuziner-Provinz

Kapuziner-Blog

Mitglieder der franziskanischen Familie veröffentlichen hier alle zwei Wochen einen Blogbeitrag. Sie kommentieren aus persönlicher Sicht aktuelle Ereignisse.

Empfangt den Heiligen Geist
Die biblischen Bilder erklären, was geschieht, wenn der Auferstandene die, die er senden wird, anhaucht und spricht: „Empfangt den Hl. Geist!“ (Raphael Grolimund, 30. Mai 2020)
Glauben in Christus – Leben in Gott
Der Auferstehungsglaube umfasst unsere ganze Lebensbestimmung im Hier und Jetzt und im Dasein nach dem Tod. (Raphael Grolimund, 23. Mai 2020)
Seid gewiss: Ich bin bei euch
Jene, die seinen Namen tragen, sollen sein Werk fortführen. Aber ist das nicht eine zu grosse Aufgabe für sie? (Raphael Grolimund, 20. Mai 2020)
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Sterne, Engel oder auch andere Symbole sind aus unserer Weihnachtsdekoration nicht wegzudenken. Jetzt, in der Weihnachtszeit, werden wir mit vielen dieser Symbole regelrecht überflutet. So auch beim kommenden Fest der Erscheinung des Herrn. Schon die Sterndeuter wurden symbolisiert. So werden sie dargestellt als Vertreter der drei damals bekannten Kontinente. „Afrika, Asien und Europa“.  Ein Stern führte sie zum Kind in der Krippe. Der Stern als himmlischer Wegweiser. Auch die Geschenke der Sterndeuter wurden symbolisiert. Das Gold ist für den König, der Weihrauch steht für die Gottheit, dem allein die Anbetung gebührt und die Myrre deutet auf das Leiden und Sterben Christi hin.

Anstelle von Gold, Weihrauch und Myrre wird heute eher eine einfache Schale gebracht. Die Schale steht für Offenheit und Bereitschaft. Die Symbole für die Hingabe werden heute mehr und mehr aus dem Alltag genommen.

In einem Gespräch mit unseren Maua Sisters haben wir von einem eindrücklichen Brauch in ihrer Gemeinschaft vernommen. Bei der Feier der einfachen Profess bringen die Novizinnen, die ihre einfache Profess ablegen wollen, ein Symbol mit. „Und was war dein Symbol?“, fragte ich jede Schwester.

Sr. Avelina: „Ich habe eine Kerze mitgebracht. Jesus hat gesagt: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Ich möchte ein Licht sein für die Welt.“

Sr. Calista Maria: „Ich brachte Erde mit. In die Erde kannst Du vieles pflanzen oder auch damit bauen. Ich möchte, dass Gott mich so brauchen kann wie die Erde.“

Sr. Kathleen: „Mein Symbol ist der Weizen. Jesus sagt im Evangelium nach Johannes: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt… (Joh 12,24). Ich möchte wie das Weizenkorn viel Frucht bringen.“

Sr. Selina: „Ich habe eine Vase voller schöner Blumen gebracht. In eine Vase gehören Blumen, sonst steht sie nutzlos da. Ich möchte, dass Gott mich braucht wie eine Vase, die nur ihren Sinn erfüllt, wenn dort Blumen reingestellt werden.“

Und zu guter Letzt antwortete mir Sr. Scholastica: „Ich habe auch eine Kerze mitgebracht. Eine Kerze brennt ruhig und langsam. Sie will Licht schenken, nicht für sich, sondern für andere, damit sie hell haben. Mein Leben soll sein wie eine Kerze.“

Und was ist dein Symbol? Vielleicht für dieses Jahr?

Kilimanjaro, Tanzania © Stefan Ruede

Unser Leben im Kloster ist mit unserer tansanischen Mitschwestern sehr lebendig und abwechslungsreich geworden. Freude und Gelassenheit sind ihre Markenzeichen. Aber auch bei unseren Maua Sisters gibt es Wiederholungen in ihrer Wortwahl.

So höre ich immer wieder auf die Frage: „Kannst Du mir helfen?“ die Antwort in ihrer herzlichen Art: „*hakuna shida“. Das heisst soviel wie „Kein Problem! Keine Sorge! Keine Schwierigkeit!“.

Begrüssung der Schwestern in Maua, Tanzania © Stefan Ruede

Sich keine Gedanken, keine Sorgen zu machen ist leichter gesagt als getan. Zu oft lassen wir uns von unserem Sorgen und Problemen erdrücken, ja sogar fesseln, wir verlieren unsere Freiheit und drehen uns nur noch um uns selbst. Und doch haben sie recht. Wir sollten unser Vertrauen auf Gott und auch auf unsere Mitmenschen setzten. Ich muss nicht alle Probleme immer allein lösen. Unsere „kleinen“ Probleme mit Vertrauen und Gelassenheit anzuschauen hilft, nicht von ihnen abhängig zu werden. Es meint aber nicht zu sorglos oder gar leichtsinnig mit den Problemen des Lebens umzugehen.

Eben: Hakuna shida.

 

*Hakuna shida – sollte es nicht eigentlich Hakuna matata heissen?

Exerzitienhaus in Maua © Stefan Ruede

Hakuna matata kennen wir ja von dem Disneyfilm „Der König der Löwen“. Swahili wird in verschiedenen Ländern Afrikas als Handelssprache gesprochen, weil es zu viele verschiedene Sprachen hat. In Tansania allein gibt es um die 200 verschiedenen Sprachen. In Uganda, Kenia und Tansania ist Swahili die Landessprache. Es gibt eben auch kleine Unterschiede im Sprachgebrauch. In Kenia heisst es „Hakuna matata“ und in Tansania halt „hakuna shida“. Es ist beides richtig.